beat sterchi

Wettermann freigesprochen



In eienm grossen Interview in der "Zeit" macht er klar, dass er mit allen Mitteln um seine Ehre kämpft. «Ich werde die Behauptung nicht auf mir sitzen lassen, dass ich gewalttätig gewesen sein soll.» Zivil- und strafrechtlich werde er versuchen, alle Leute zu belangen, die das behauptet haben. «Alles, was deutschen, schweizerischen und amerikanischen Anwälten einfällt, möchte ich in die Schlacht werfen.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)  09.06.2011

Da möchte man doch beifügen:



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Simon Bolívar awakes again in Africa





»Ich erwache alle hundert Jahre, wenn das Volk erwacht.«



Ich traf Bolívar eines langen Morgens
in Madrid im Stab des Fünften Regiments.
»Vater«, sprach ich zu ihm, »bist Du's oder bist Du's nicht oder wer bist Du überhaupt?«
Und hinüberschauend nach Cuartel de la Montaña sagte er:
»Ich erwache alle hundert Jahre, wenn das Volk erwacht.«


Pablo Neruda: Canto a Bolívar/Gesang für Bolívar

 


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noch etwas zu einer leidigen Affäre

Ein Leserbrief vom 17. März 2011 in der NZZ.



Roy Lichtenstein: Spray





Mit einem gewissem Erstaunen lese ich bei Wolfgang Müller-Funk, dass «die polnischen und italienischen Kommentatoren des deutschen Skandals» die Plagiatsaffäre für eine «Bagatelle» halten. Diese Einschätzung lässt sich leicht und schnell widerlegen.
Guttenbergs zu grossen Teilen abgeschriebene Doktorarbeit zeigt nämlich Eigenschaften, Handlungsmuster und Gesinnungen des Verfassers, die über Jahre hinweg wirksam waren: Missachtung des geistigen Eigentums und der Leistung anderer, um selbst damit zu glänzen; Missbrauch einer Sache, die auch Selbstzweck sein sollte (hier: wissenschaftliche Forschung) als blosses Mittel zu einem unedlen Zweck (imposanter Titel für die Karriere); fehlende Ehrlichkeit und ungenügend entwickelte Wahrheitsliebe; gemeine Rücksichtslosigkeit dem alten Doktorvater gegenüber; Ausnützung der Gutmütigkeit und Vertrauensseligkeit anderer Personen (hier: des Doktorvaters und des Zweitreferenten) für ein egoistisches Ziel; schliesslich illusorischer Glaube an die Unmöglichkeit einer Entdeckung oder falsche Einschätzung möglicher Folgen einer Entdeckung, was man als unbekümmerte Risikobereitschaft, sträflichen Leichtsinn, ja als grosse Dummheit bezeichnen muss.
Alle diese Charaktereigenschaften, Gesinnungen und Handlungsmuster legt ein Mann in seiner Funktion als Minister nicht ab. Sie entfalten, auf dem Feld des Berufs, ihre Wirkung weiter. Der nicht bestandene Verhaltens- und Charaktertest «Doktorarbeit» hat also ergeben, dass Guttenberg in einem hohen Staatsamt eben wegen der ans Licht gekommenen Eigenschaften ein Risiko wäre!
Wolfgang Illauer, D-Neusäss-Westheim


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in Trauer um einen Kollegen



© Newsnetz / Alexander Sury, Der Bund; 2. Januar 2011;

Der Sprache den Sinn ausgetrieben

Kein Freund erzählbarer Geschichten: Am Weihnachtstag ist Rolf Geissbühler gestorben.
«Ein Autor, der seit einem Vierteljahrhundert in konsequenter Selbstbeschränkung und mit aussergewöhnlicher Kompromisslosigkeit von Bern aus den Kosmos buchstabiert.» Das waren die Worte der Jury, die 1994 den Grossen Literaturpreis des Kantons Bern Rolf Geissbühler verlieh, zusammen mit Paul Nizon. Berner beide, doch während Nizon in Paris zur grossen Nummer geworden war, zu einem Publikums- und Weltgewandten, für den Bern und die Schweiz nur noch insofern zählten, als er sie hinter sich gelassen hatte, blieb Geissbühler immer daheim. Und immer ein Fall für die Kenner.
Geboren 1941 in Bern, zunächst Werbetexter, debütierte er 1969 mit «Äpfel, Birnen und Lattich» und wurde dann mit konkreter Poesie und Hörspielen bekannt; in den Achtzigerjahren folgten mehrere Veröffentlichungen experimenteller Prosa. Vor allem mit dem dreiteiligen Zyklus «Aufsatz» (1981–1989) und dem Prosawerk «Opera» (1994, alle bei Zytglogge) verschrieb sich Geissbühler einem keinerlei Publikumskonzessionen duldenden Umgang mit der Sprache: Sprache nicht als Vehikel erzählbarer Geschichten, sondern als reine Form, die keine Inhalte mehr bindet. In «Opera» zerstäuben grammatikalische Spiele und Buchstabenvertauschungen die Sätze und Wörter so lange, bis sich ihr Sinn verflüchtigt. Übrig bleibt die Sprache selbst; sie wird Figur, bereit, neue Bedeutung anzunehmen.
«Opera» war Rolf Geissbühlers letztes Buch. Seither ist es still um ihn geworden. Am frühen Morgen des 25. Dezember ist er im Wohn- und Pflegeheim Frienisberg gestorben


Mani Matter und Rolf Geissbühler in der Rampe
Von Beat Sterchi
Erschienen in Der Bund 2002

Das Kellertheater Die Rampe befand sich an der Kramgasse. An der Kramgasse, an der tagsüber noch ein Milchmann mit Ross und Wagen von Haus zu Haus ging und mit seiner Milch auch jeden Tag ein wenig Landluft in die Stadt brachte. An der Kramgasse, an der abends die Herren in grauen Mänteln und grauen Filzhüten mit ebenso grauen Damen am Arm durch die Laube spazierten.
In der Rampe wurden damals fleissig moderne Stücke vorgestellt und diskutiert. Es gab auch literarische Abende mit Einheimischen. Lesungen und Diskussionen.
An diesem Abend hatte eben der schon damals weit herum bekannte Kurt Marti politische Gedichte vorgelesen, als ein ziemlich erboster junger Mann aus dem Publikum das Wort ergriff. Die Rampe war voll bis auf den letzten Platz. Der forsche junge Mann stand auf der Kellertreppe. Er gab sich aufmüpfig und schaute, während er redete, unbeiirt geradeaus. Möglicherweise war er auffallend bunt, vielleicht sogar im Stil der damaligen Blumenkinder gekleidet.
Ob er schon einmal Haschisch oder LSD konsumiert habe? wollte er von Kurt Marti wissen.
Kurt Marti sagte „Nein“ und der junge Mann sprach ihm deshalb aufgebracht das Recht ab, darüber zu schreiben.
„Darf über ein Spiegelei geschrieben werden, wenn die Erfahrung fehlt, ein Spiegelei zu sein“? Jemand sagte, dass er sehr wohl das Recht habe, mit seiner Fantasie über ein Spiegelei schreiben zu dürfen, ohne selbst auf dem Rücken liegend in einer heissen Pfanne gebraten worden zu sein.
Später stellte sich heraus, dass der junge Mann Rolf Geissbühler hiess und selbst bereits erfolgreich Texte veröffentlich hatte. Er insistierte vorwurfsvoll, dass Kurt Marti niemals Bilder aus der Welt des Drogenkonsums übernehmen dürfe, ohne sie selbst überprüft zu haben. Die Verwendung von Bildern, die nicht durch das eigene Bewusstsein entstanden wären, sei Kolportage, also Wiedergekautes, also Neuaufbereitetes, also Verfälschtes, also Kitsch.
„Literatur kommt nur von Literatur rief jemand“! und „Nichts Neues unter der Sonne“! wurde gerufen. Und ein schon damals von oben bis unten schwarz angezogener Mann spottete: „Ist sowieso alles Kitsch!“
Die andern Bernerautoren, die von der plötzlich aufbrausenden Diskussion überrascht, ziemlich hilflos auf der kleinen Rampenbühne sassen, gingen in die Defensive. „Jeder kann schreiben, wie er will und was er will“, sagte einer von ihnen. Möglicherweise war es Walter Vogt, der sich als erster wieder erholte und die literarische Freiheit zu lobpreisen begann. Im Gegensatz zu jeder anderen Freiheit, sei diese nun wirklich unbeschränkt und es wäre ja noch schöner, wenn da einer nicht über alles, also auch über ein Spiegelei schreiben dürfte, obschon er selbst nie ein Spiegelei gewesen sei.
„Höret mr doch uf„ protestierte der erboste Geissbühler.„Göt mir doch wäg!“ hörte man aus dem Publikum, das sonst merheitlich staunend mitverfolgte, wie ungewohnt direkt, offen und streitbar diese Leute miteinenander umgingen. Da wurde tatsächlich öffentlich um aesthetische Grundsätze und über den Wahrheitsgehalt von Literatur gestritten.
Irgendwo hier ergriff Mani Matter das Wort und sagte, wer recht habe sei vielleicht gar nicht so wichtig, aber dass man über so etwas streiten könne, das zeuge zwar von Kultur, aber auch von einem Wohlstand, der solchen Luxus erst möglich mache.
Er hatte auch keinen Sitzplatz mehr gefunden und auf der Treppe an die Kellermauer gelehnt der Diskussion beigewohnt. Seine Stimme war ruhig und die Spannung im der Rampe versachlichte sich sofort wieder. Man könne sich wirklich auch fragen, fuhr Mani Matter fort, ob es tatsächldich die Aufgabe der Literatur sei, immer neue Welten und neue Geschichten zu erfinden? Ob nicht viel mehr die Aufgabe von Kunst im Allgemeinen und von Literatur im Besondern darin bestünde, unsere Welt genauer anzusehen. Das bedinge aber auch eine kompromisslose Genauigkeit der dazu verwendeten Sprache.
Vielleicht sagte er es aber auch leicht anders, vielleicht sagte er es sogar ganz anders, aber das Auffallendste dran war sein Ton: Mani Matter redete nicht als blosser Zuhörer, aber auch nicht als Beteiligter, auch nicht als Literat, auch nicht als wäre er sonstwie direkt von der Diskussion betroffen. Er redete eher wie ein Zaungast: Hier und doch nicht ganz hier, dabei und doch nicht ganz. 

© BPS 2011

Beat Sterchi:
Aus dem Arbeitsjournal.
Mittwoch, den 19. April 1995

Eine Begegnung mit Rolf Geissbühler

In der Stadt habe ich ihn getroffen. Ich sah ihn, auf dem Bärenplatz, ich blieb stehen und grüsste und lobte sein Hörspiel „über Nichts“.

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Rückzug in die Berge?
















Aufruf zu Konsens und Ausgleich
Ansprache von Bundespräsidentin Calmy-Rey zum neuen Jahr.


(sda) • Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey hat in ihrer Neujahrsansprache zur Konsenssuche aufgerufen und vor einem Rückzug in die Berge gewarnt. Den Schweizerinnen und Schweizern wünscht sie mehr Selbstvertrauen. Das vergangene Jahr sei nicht immer einfach gewesen, sagte Calmy-Rey weiter in ihrer Radio- und Fernsehansprache……

NZZ, 3. Januar 2011,

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Hat da jemand was gesagt?







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gelernt ist gelernt



NZZ am Sonntag
24. Oktober 2010

Verschteit mich appa äpper?

D SVP will dr Dialäkt zum Schüelfach mache. D Schtratege va dr Partii sind Meischter, wenns drum geit, de Litt nach dm Müll zrede. Aber ditzmal liegensch falsch.



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Wenn Bilder alles sagen.







Wir wollen! Wir haben! Wir sind!
Ihr müsst! Ihr sollt! Ihr habt gefälligst zu!
Aber der Zug der Zeit ist abgefahren. 
Gorbi lässt grüssen.


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Erneutes Nein zum Glace-Velo



Der Bund
Mittwoch, 26. Mai 2010

Erneutes Nein zum Glace-Velo auf belebten Plätzen der Innenstadt.

Nach der Stadt Bern hat auch das Regierungstatthalteramt
das entsprechende Gesuch abgelehnt.

Nachdem in Bern jedermann weiterhin absolut unbehindert und ungeahndet mit seinem bis zu drei Tonnen schweren Panzerwagen in die Fussgängergruppen der sogenannten Begegnungszone der Unteren Stadt unter totaler Missachtung sämtlicher Hinweise auf Tempo- und Zeitbeschränkungen hineinrasen und hineinhupen darf, wäre es ja eine absolute Zumutung, auch noch ein dreirädriges Glace-Velo, womöglich noch mit Glocke oder Klingel, dulden zu wollen. Wo käme man da auch hin! Ordnung muss sein!

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Neue Zürcher Zeitung, Dienstag, den 12. Januar 1999



Am Morgen zwischen 9h30 und 9h45 ist im Besprechungszimmer eines Obestufenschulhauses in St. Gallen ein Lehrer durch mehrere Schüsse getötet worden. In der Nacht auf den Montag ist in einer Mailänder Klink der Cantautore Fabrizio De André gestorben. Gestern wurde bei Gampel im Oberwallis eine betagte Frau beim Überqueren der Strasse von einem Kleinbus angefahren und tödlich verletzt.
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