Neue Zürcher Zeitung, Dienstag, den 12. Januar 1999
Seit letzten Donnerstag wurden in Kolumbien 130 Personen – zu meist Bauern - von paramilitärischen Gruppen umgebracht. In der kosovoalbanischen Stadt Pristina ist gestern der Leiter eines Informationszentrums mit Schüssen am Hals lebensgefährlich verletzt worden und im Spital gestorben. In Mailand wurden seit Jahresbeginn neun Personen getötet. In London wird dafür geworben, das Mindestalter für Soldaten von 15 Jahren auf 18 Jahren zu erhöhen. Nach Meldung der Nachrichtenagentur Slovakia ist gestern am frühenNachmittag ein slowakischer Politiker und ehemaliger Wirtschaftsmininister ermordet worden. Im Nordirak haben in einem Fall zwei Überwachungsflugzeuge über einer Kurden-Schutzzone zwei Lenkbomben abgeworfen, im anderen sei eine Spezialrakete eingesetzt worden. In Freetown, der von heftigen Kämpfen heimgsuchten Hauptstadt von Sierra Leone, ist am Sonntag bei einen Schusswechsel ein Kameramann der Nachrichtenagentur AP getötet worden. In Japan sind drei Personen bei schweren Schneefällen ums Leben gekommen. Und abends wird auf SF 1 der Prokurist Josef Kernbacher von einem anderen Mann erwürgt. Auf 3 sat versucht ein kanadischer Steuerfahnder über die Ermordung seiner Tochter hinwegzukommen. Ihren Mördern begegnet Adelheid in ihrer Serie auf ARD. Beim Südwestfunk sind die Kopfgeldjäger New Yorks für eine Handvoll Dollar zu haben. Auf ORF 1 wird um 20.15 h eine gewisse S. das Opfer einer Leidenschaft. Eva stirbt auf RTL um 20.15. Eine anderer Fall nimmt um 22.45 h beim ZDF eine tödliche Wende. Um die gleiche Zeit heisst der Tatort bei einem Deutschen Jugendsender Dallas. Um 00.10 ertönt auf Vox ein Schrei in der Dunkleheit und um 1.20 wird S. auf ORF noch einmal das Opfer einer Leidenschaft.

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