beat sterchi

Narbonne, 10. Oktober 2014

Hatte in Narbonne Mühe, mich zu orientieren, wusste plötzlich nicht mehr, wie man zu der Kathedrale und damit auch zu dem schönen Platz mit dem Canal du midi mitten in die Stadt kommt. Ich parkte bei einer Pizzeria und fragte dort nebenan in einem Café nach dem Weg. Man begegnete mir freundlich und gab mir bereitwillig Auskunft.

Ein Monsieur sagte: Venez, je vous montre!

 


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Zentrum Paul Klee, Bern, 23. Februar 2014

 






Ochsenstall, 1933




Der Ochse und das Motorrad

Zwischen «Brücke» und «Blauer Reiter». Hanna Bekker vom Rath als Wegbereiterin der Moderne, so heisst die Ausstellung. Und man staunt. Man feiert Wiederbegegnungen mit bewunderten Meistern. Da hängen sie: Jawlensky, Nolde, Kirchner, Schwitters, Beckmann. Vor dessen Ochsenstall bleibt man mit dem Audioguide besonders gerne stehen. So ein hinterhältiges Bild! So brav und so stark! Schon 1933 malt Beckmann die dumpfe Katastrophe Braun in Braun, und stellt den Ochsen, der allen die Stirn bietet, in die Mitte. Und dann steht man vor wunderbar reduzierten Skulpturen: Grosse Wucht in glattem, hartem Stein! Diese Künstlerin hat man noch nie gesehen. Louise Stomps heisst sie. Man hört von einer beeindruckenden Biographie. In hohem Alter sei sie bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen. Weil man staunt und da plötzlich die Frage, nach der Art dieses tödlichen Motorrads auftaucht, fischt man kurz nach Infos.

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10 000 Meter über Katalonien, 4. Februar 2013




Montserrat und Pilar

Da lässt man sich also durch die Luft schleudern höher und schneller als ein mit aller Kraft getretener Fussball, rast also dahin über den Wolken wie in einer Kanonenkugel, denn weil man wie alle andern auch meint, in Eile sein zu müssen, will man schnellstmöglich nach Madrid.

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Venedig, 7. November 2011










Sieben Tage Venedig

Heute kein Auto gesehen
Heute kein Auto gesehen
Heute kein Auto gesehen
Heute kein Auto gesehen
Heute kein Auto gesehen
Heute kein Auto gesehen
Heute kein Auto gesehen


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Biel, ‎24. ‎Juni ‎2011










Sitzt man im Rotonde, arbeitet zusammen mit der Studentin K. auf dem Laptop an einer Übersetzung ins Russische, denkt nichts Böses und sitzt plötzlich ausgerechnet mit Oskar Freysinger an einem Tisch.

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Bern, 10. Mai 2011



Begegne an der Aare beim Altenbergsteg dem Fotografen Alexander Egger und dem Autoren Hans-Peter Bundi. Alexander Egger ist wie immer ganz in Schwarz gekleidet. Hans-Peter Bundi hat eine Sporttasche dabei. Ob ich einen Abendspaziergang machen würde?
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Paris, 8. März 2011




In der Metro: Man schaut auf die Schilder, schaut auf den Plan, schaut, wo man ist, man schaut diskret ein bisschen um sich, um zu sehen, wer da auch gerade unterwegs ist, schaut um sich und bemerkt, dass der Mann auf dem Nebensitz weisse Schuhe und Bluejeans trägt, bemerkt, dass die Frau gegenüber rechts schwarze Schuhe und Bluejeans trägt, bemerkt das die Frau links rote Schuhe und Bluejeans trägt, bemerkt, dass der Mann da vorne auch Bluejeans trägt, bemerkt, dass die da hinten auch alle Bluejeans tragen, bemerkt, dass im Gang im nächsten Wagen auch alle Bluejeans tragen und bemerkt, dass man selbst Bluejeans trägt.

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Luzern, 29. Oktober 2010




Beim Lesen der Zeitung auf einer Bank am See vor dem Hotel Palace. Zwei Frauen in eigenartig langen und bunten Röcken versuchen, mir ein buntes Pamphlet unterzujubeln.


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St. Gallen, 21. September 2010


Bei Gallus und Ottmar

Sie ist unglaublich putzig hergerichtet, diese Stadt, die wir schon lang nicht mehr besucht haben. Rund um das Kloster wähnt man sich fast in einem Freiluftmuseum und was man so aufschnappt, wenn Passanten vorbeigehen, klingt so exotisch, als wäre es noch mehr Kunst am Bau, aber mit Worten.


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Solothurn, 15. Mai 2010



Dir syt no nie ds Solothurn gsy?
Göht doch mau uf Solothurn!
Auii sötte mau uf Solothurn.
Solothurn isch nämlech schön.


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Mauss BE, 3. Mai 2010




Chunnt me vo Auelüfte, de chunnt me emene schöne Waudrand vrby, me gseht zum Jura übere, me ghört Vögu, ä Chräye u no ne Chräye u uf dr Schtrass gseht me e haube Rägewurm.

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Café Francoeur , Montmartre Paris, 8. April 2010



Der Tick

Aus einem anderen Anlass erzählt mir der Schriftsteller Hans Mühlethaler im Café Francoeur eine Geschichte, die sich vor einigen Jahren aus seiner Tätigkeit als Vormund ergeben hatte.

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Bei Saurer in Arbon, 7. November 2009



wir singen ein Lied
Dir zu Ehren Du Saurer
denn wir halten Dich hoch
und vergessen dich nie

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Zug, 11. September 2009



Der Bildhauer haut das Bild

Vor dem schönen Zug gibt es doch tatsächlich eine Haltestellte, die Schutzengel heisst und im schönen Zug selber gibt es den schönen Landsgemeindeplatz direkt am See. Da sieht man auch noch einen Berufsfischer, der abends direkt vor der Stadt friedlich seine Netze setzt.
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Kornhaus Bern, 10. September 2009



ATU PRIX
Texte anlässlich der Preisverleihung und Ausstellungseröffnung gelesen und von Christian Brantschen am Akkordeon begleitet.
Mit dem ATU PRIX werden hervorragende Werke und Planungen ausgezeichnet, die aus dem umfassenden Verständnis für die kulturelle Bedeutung von Architektur, Technik und Umwelt entstanden sind.

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Chiva de Morella, 28.07.2009



Auf dem Dorf

Das Huhn im Stall und das Huhn auf den Eiern und die Eidechse im Garten und der Mauersegler in der Luft und der Hund an der Kette und der Hund an der Leine und die Katze auf dem Dach und der Käfer auf der Treppe und die Fliege am Vorhang und der Marder auf dem Kirchturm und die Taube auf der Flucht und der Steinbock auf dem Felsen .....
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Brasserie Royal Custine, Paris, 7. April 2009



Aus Anlass des Selbstmordes eines mit ihm befreundeten Künstlers erzählt mir der heute in Paris lebende Schriftsteller Hans Mühlethaler über die Schwierigkeit der Selbsttötung mittels Schusswaffe folgende Geschichte:
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Fabriggli Buchs, 28. Februar 2009



Nach einem Auftritt mit Bern ist überall im rührigen Fabriggli-Theater in Buchs, kommt eine Frau auf mich zu und sagt, sie müsse mir etwas aufschreiben. Wegen des Textes, den ich über die Erdäpfel gelesen hätte. Sie bittet um Papier und schreibt mit rotem Kugelschreiber auf einen Zettel:
Ein 2. Klässler schreibt in einem Aufsatz! Meine Mutter liebt den Herr Döpfelstock.

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St.Maurice, 28.Januar 2009



Alles Palletti

St.Maurice ist nicht St. Moritz. Aber auch St. Maurice hat seinen Charme. 

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St. Ursanne, 15. November 2008 ca. 14h15












Mon Dieu! Attends moi!

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La Terrasse Château Frontenac, 23. Juni 2008




Auf dem Balkon einer Nation.

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Gadmen, 4. Februar 2008








Vor zwei Tagen seien abends spät zwei Japaner in der Gaststube des Hotels aufgetaucht, durch den Hintereingang. Von ihrem GPS im Stich gelassen, hätten sie nach dem Weg nach Mailand gefragt.


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São Paulo, 28. Mai 2007



Miradouro Chopp & Bossa steht auf einem hölzernen Schild, das von der Decke hängt. Auf dem gross dimensionierten Fernseher spielt Cruzeiro gegen Paranas. Fussball natürlich. Es steht drei zu drei. Daneben, auf einer kleinen balkonähnlichen Bühne, singt eine junge Frau. Von einem älteren Mann auf der Guitarre begleitet
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Prag Flughafen, 12. Mai 2006




Fremde Sprachen, unvertraute Laute im Ohr, am Nachbartisch hat ein grosser Frauenmund zu reden begonnen. Eben ist noch ein grosses Sandwich darin verschwunden.


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Luzern, 29. November 1999










Wen man in Luzern ist, muss man unbedingt einmal über die Kapellbrücke gegangen sein! Man darf nicht Luzern besuchen, ohne einmal den Klang der eigenen Schritte auf der Kapellbrücke vernommen zu haben! Wer in Luzern war, ohne über die Kapellbrücke gegangen zu sein, der ist gar nicht richtig in Luzern gewesen.


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Rueggisberg, 1. Juni 1999



In Rüeggisberg vorbeigeschaut.

Zu Fuss gelangt im Sommer niemand mit trockenem Hemd nach Rueggisberg. Der Jakobsweg führt zwar durch üppige, sattgrüne Wiesen und Weiden, sogar durch schattigen Wald, er schlängelt sich aber auch über steile Hänge hinauf und bringt den Wanderer ordentlich zum Schwitzen.
Auf über 900 Metern liegt Rüeggisberg hoch wie ein Bergdorf und in einer derart ausgesuchten Lage, dass bald einmal der Eindruck entsteht, die ganze Welt liege diesem Rüeggisberg zu Füssen.
Wie einst die Jakobspilger sicher auch, ist der Wanderer mit einem grossen Durst an sein Tagesziel gelangt.
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Luzern, 27. August 1998





Luzern ist beeindruckend. Das neue Kongress+Kulturzentrum versetzt einen in Staunen. Dem Zauber dieses Gebäudes entkommt man nicht, denn noch wenn man in ordentlicher Distanz davor steht, in einer Distanz aus welcher man beispielsweise das Portal einer Kathedrale gesamthaft betrachtet, steht man völlig unfreiwillig und überraschend unter dem Dach dieses Gebäudes.

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Rüeggisberg, 13. Juli 1997



Auf dem Jakobsweg

Wir waren in Rüeggisberg. Rüeggisberg und Riggisberg ist nicht dasselbe. In Riggisberg zweigt man ab in den Gurnigel und im Spital Riggisberg musste die Wade jenes französischen Diplomaten, den unser Hund Fosca auf dem Abstieg vom Gantrisch gebissen hatte, notfallmässig genäht werden. Der Mann hätte uns böse sein können, hat sich aber äusserst entgegenkommend, zivilisiert und diplomatisch verhalten.


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Glückstadt, Montag, den 17. Oktober 1983












Unglückliches Glückstadt. Montags früh, wenn die Glückstädterinnen der Langeweile des Sonntags in die Supermärkte entrinnen, wenn sie endlich wieder Entscheidungen zu treffen haben dürfen: Soll ich diese Bananen kaufen oder nicht?


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Leipzig, 7. April 1989





An der Buchmesse

Der Mann, der aus der Menge gegriffen und abgeführt wird, ist zwischen 25 und 30. Seine Hände stecken in den Taschen eines hellen Regenmatels. Sein Gesicht zeigt kaum mehr als durchschnittliche Verstörung. Wenig Trotz. Ganz wenig Wut. Für seine wahren Widersacher hält er offensichtlich nicht die beiden Volkspolizisten, die seine Arme umklammern und ihn unauffällig einer Häuserwand entlangzerren. Die beiden decken die Gewalt ihres Zugriffs mit äusserer Ruhe. „Warum? Aber warum“? fragt der Mann hörbar, doch schon wird er um eine Ecke geschubst und ist in einer Seitengasse verschwunden. Zurück bleibt die Häuserwand, sie ist braunrussig spröde, ihre Fenster schwarz.

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Auf der Autobahn nach Süden, 14. Mai 1987






Unterwegs nahm ich, nachdem mir keine Mitfahrzentrale in Hamburg eine Wegbegleitung vermitteln konnte, erst einen arbeitslosen jungen Mann mit, für ein kurzes Stück nur, der einen verwahrlosten Eindruck machte, was nicht verwunderlich war, denn er hatte, wie er sagte, die Nacht auf der Raststätte verbracht, wo ich ihn bei der Ausfahrt stehen sah. Und tags zuvor hatte er probeweise beim einem Jahrmarktaussteller beim Aufbau einer Achterbahn geholfen, eine Arbeit, die ihm aber nicht zusagte, da der Chef zu viel rumgebrüllt hatte.
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Santarem, 6. April 1983


Eine der schönsten Städte, die ich je gesehen habe, und eine der
schönsten, die ich mir überhaupt vorstellen kann, liegt am Rio Araguaia ,
im brasilianischen Bundestaat Para. Zugegeben, gerade an den sanft
zum breiten, stahlblauen Fluss abfallenden Uferwiesen gibt es bereits
einige villenähnliche Häuser, deren Gitter und Zäune, und besonders
deren glasscherbenbespickten Mauern etwas Abstossendes an sich
haben, auch im krassen Gegensatz zu dem sonst überall in der Offenheit
der Strassen, Gassen, Nischen und Ecken ablaufenden Leben der Stadt.

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World Trade Center, N.Y.N.Y. 31. Juli 1979
















„Imagine if you fell down“.
Ein anderer Junge antwortet:
„Oh shit“!


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Nidden, Litauen. Zu Besuch im Thomas Mann-Haus.









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Montreal 20. Oktober 1978



Velodrom

Wie ein Meertier das Dach. Warm und hell der este Eindruck. Der Beton ist dick und hässlich und überall, aber der Innenraum ist königlich geformt und verheissungsvoll liegt die Holzpiste mit den abenteuerlichen Kurven von 48° in seiner Mitte. Das erste Rennen hinterlässt den stärksten Eindruck: Rad an Rad rasen die Konkurrenten ringsum. In den Kurven steigen sie hoch hinauf oder liegen fast waagrecht in der Luft. Die mit Helmen geschützten Köpfe fast zwischen den Knie eingeklemmt trampeln sie wild drauflos. Auch an den Armen quellen jetzt Muskeln hervor. Die Fahrer verschmelzen mit ihrem Fahrgestell. Die Räder werden zu einer komischen Verlängerung der menschlichen Glieder. Von oben sieht man die Farben ihrer Nationen auf den Rücken. Die Sterne der USA.


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