10 000 Meter über Katalonien, 4. Februar 2013

Montserrat und Pilar
Da lässt man sich also durch die Luft schleudern höher und schneller als ein mit aller Kraft getretener Fussball, rast also dahin über den Wolken wie in einer Kanonenkugel, denn weil man wie alle andern auch meint, in Eile sein zu müssen, will man schnellstmöglich nach Madrid.
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Venedig, 7. November 2011
Sieben Tage Venedig
Heute kein Auto gesehen
Heute kein Auto gesehen
Heute kein Auto gesehen
Heute kein Auto gesehen
Heute kein Auto gesehen
Heute kein Auto gesehen
Heute kein Auto gesehen
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Biel, 24. Juni 2011
Sitzt man im Rotonde, arbeitet zusammen mit der Studentin K. auf dem Laptop an einer Übersetzung ins Russische, denkt nichts Böses und sitzt plötzlich ausgerechnet mit Oskar Freysinger an einem Tisch.
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Bern, 10. Mai 2011

Begegne an der Aare beim Altenbergsteg dem Fotografen Alexander Egger und dem Autoren Hans-Peter Bundi. Alexander Egger ist wie immer ganz in Schwarz gekleidet. Hans-Peter Bundi hat eine Sporttasche dabei. Ob ich einen Abendspaziergang machen würde?
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Luzern, 29. Oktober 2010

Beim Lesen der Zeitung auf einer Bank am See vor dem Hotel Palace. Zwei Frauen in eigenartig langen und bunten Röcken versuchen, mir ein buntes Pamphlet unterzujubeln.
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St. Gallen, 21. September 2010

Bei Gallus und Ottmar
Sie ist unglaublich putzig hergerichtet, diese Stadt, die wir schon lang nicht mehr besucht haben. Rund um das Kloster wähnt man sich fast in einem Freiluftmuseum und was man so aufschnappt, wenn Passanten vorbeigehen, klingt so exotisch, als wäre es noch mehr Kunst am Bau, aber mit Worten.
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Solothurn, 15. Mai 2010

Dir syt no nie ds Solothurn gsy?
Göht doch mau uf Solothurn!
Auii sötte mau uf Solothurn.
Solothurn isch nämlech schön.
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Mauss BE, 3. Mai 2010
Chunnt me vo Auelüfte, de chunnt me emene schöne Waudrand vrby, me gseht zum Jura übere, me ghört Vögu, ä Chräye u no ne Chräye u uf dr Schtrass gseht me e haube Rägewurm.
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Café Francoeur , Montmartre Paris, 8. April 2010

Der Tick
Aus einem anderen Anlass erzählt mir der Schriftsteller Hans Mühlethaler im Café Francoeur eine Geschichte, die sich vor einigen Jahren aus seiner Tätigkeit als Vormund ergeben hatte.
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Bei Saurer in Arbon, 7. November 2009

wir singen ein Lied
Dir zu Ehren Du Saurer
denn wir halten Dich hoch
und vergessen dich nie
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Zug, 11. September 2009
Der Bildhauer haut das Bild
Vor dem schönen Zug gibt es doch tatsächlich eine Haltestellte, die Schutzengel heisst und im schönen Zug selber gibt es den schönen Landsgemeindeplatz direkt am See. Da sieht man auch noch einen Berufsfischer, der abends direkt vor der Stadt friedlich seine Netze setzt.
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Kornhaus Bern, 10. September 2009

ATU PRIX
Texte anlässlich der Preisverleihung und Ausstellungseröffnung gelesen und von Christian Brantschen am Akkordeon begleitet.
Mit dem ATU PRIX werden hervorragende Werke und Planungen ausgezeichnet, die aus dem umfassenden Verständnis für die kulturelle Bedeutung von Architektur, Technik und Umwelt entstanden sind.
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Chiva de Morella, 28.07.2009
Auf dem Dorf
Das Huhn im Stall und das Huhn auf den Eiern und die Eidechse im Garten und der Mauersegler in der Luft und der Hund an der Kette und der Hund an der Leine und die Katze auf dem Dach und der Käfer auf der Treppe und die Fliege am Vorhang und der Marder auf dem Kirchturm und die Taube auf der Flucht und der Steinbock auf dem Felsen .....
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Brasserie Royal Custine, Paris, 7. April 2009
Aus Anlass des Selbstmordes eines mit ihm befreundeten Künstlers erzählt mir der heute in Paris lebende Schriftsteller Hans Mühlethaler über die Schwierigkeit der Selbsttötung mittels Schusswaffe folgende Geschichte:
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Fabriggli Buchs, 28. Februar 2009

Nach einem Auftritt mit Bern ist überall im rührigen Fabriggli-Theater in Buchs, kommt eine Frau auf mich zu und sagt, sie müsse mir etwas aufschreiben. Wegen des Textes, den ich über die Erdäpfel gelesen hätte. Sie bittet um Papier und schreibt mit rotem Kugelschreiber auf einen Zettel:
Ein 2. Klässler schreibt in einem Aufsatz! Meine Mutter liebt den Herr Döpfelstock.
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St.Maurice, 28.Januar 2009
Alles Palletti
St.Maurice ist nicht St. Moritz. Aber auch St. Maurice hat seinen Charme.
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Gadmen, 4. Februar 2008
Vor zwei Tagen seien abends spät zwei Japaner in der Gaststube des Hotels aufgetaucht, durch den Hintereingang. Von ihrem GPS im Stich gelassen, hätten sie nach dem Weg nach Mailand gefragt.
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Prag Flughafen, 12. Mai 2006
Fremde Sprachen, unvertraute Laute im Ohr, am Nachbartisch hat ein grosser Frauenmund zu reden begonnen. Eben ist noch ein grosses Sandwich darin verschwunden.
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Luzern, 29. November 1999

Wen man in Luzern ist, muss man unbedingt einmal über die Kapellbrücke gegangen sein! Man darf nicht Luzern besuchen, ohne einmal den Klang der eigenen Schritte auf der Kapellbrücke vernommen zu haben! Wer in Luzern war, ohne über die Kapellbrücke gegangen zu sein, der ist gar nicht richtig in Luzern gewesen.
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Luzern, 27. August 1998

Luzern ist beeindruckend. Das neue Kongress+Kulturzentrum versetzt einen in Staunen. Dem Zauber dieses Gebäudes entkommt man nicht, denn noch wenn man in ordentlicher Distanz davor steht, in einer Distanz aus welcher man beispielsweise das Portal einer Kathedrale gesamthaft betrachtet, steht man völlig unfreiwillig und überraschend unter dem Dach dieses Gebäudes.
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Rüeggisberg, 13. Juli 1997

Auf dem Jakobsweg
Wir waren in Rüeggisberg. Rüeggisberg und Riggisberg ist nicht dasselbe. In Riggisberg zweigt man ab in den Gurnigel und im Spital Riggisberg musste die Wade jenes französischen Diplomaten, den unser Hund Fosca auf dem Abstieg vom Gantrisch gebissen hatte, notfallmässig genäht werden. Der Mann hätte uns böse sein können, hat sich aber äusserst entgegenkommend, zivilisiert und diplomatisch verhalten.
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Glückstadt, Montag, den 17. Oktober 1983

Unglückliches Glückstadt. Montags früh, wenn die Glückstädterinnen der Langeweile des Sonntags in die Supermärkte entrinnen, wenn sie endlich wieder Entscheidungen zu treffen haben dürfen: Soll ich diese Bananen kaufen oder nicht?
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Leipzig, 7. April 1989

An der Buchmesse
Der Mann, der aus der Menge gegriffen und abgeführt wird, ist zwischen 25 und 30. Seine Hände stecken in den Taschen eines hellen Regenmatels. Sein Gesicht zeigt kaum mehr als durchschnittliche Verstörung. Wenig Trotz. Ganz wenig Wut. Für seine wahren Widersacher hält er offensichtlich nicht die beiden Volkspolizisten, die seine Arme umklammern und ihn unauffällig einer Häuserwand entlangzerren. Die beiden decken die Gewalt ihres Zugriffs mit äusserer Ruhe. „Warum? Aber warum“? fragt der Mann hörbar, doch schon wird er um eine Ecke geschubst und ist in einer Seitengasse verschwunden. Zurück bleibt die Häuserwand, sie ist braunrussig spröde, ihre Fenster schwarz.
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Auf der Autobahn nach Süden, 14. Mai 1987

Unterwegs nahm ich, nachdem mir keine Mitfahrzentrale in Hamburg eine Wegbegleitung vermitteln konnte, erst einen arbeitslosen jungen Mann mit, für ein kurzes Stück nur, der einen verwahrlosten Eindruck machte, was nicht verwunderlich war, denn er hatte, wie er sagte, die Nacht auf der Raststätte verbracht, wo ich ihn bei der Ausfahrt stehen sah. Und tags zuvor hatte er probeweise beim einem Jahrmarktaussteller beim Aufbau einer Achterbahn geholfen, eine Arbeit, die ihm aber nicht zusagte, da der Chef zu viel rumgebrüllt hatte.
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Santarem, 6. April 1983

Eine der schönsten Städte, die ich je gesehen habe, und eine der
schönsten, die ich mir überhaupt vorstellen kann, liegt am Rio Araguaia ,
im brasilianischen Bundestaat Para. Zugegeben, gerade an den sanft
zum breiten, stahlblauen Fluss abfallenden Uferwiesen gibt es bereits
einige villenähnliche Häuser, deren Gitter und Zäune, und besonders
deren glasscherbenbespickten Mauern etwas Abstossendes an sich
haben, auch im krassen Gegensatz zu dem sonst überall in der Offenheit
der Strassen, Gassen, Nischen und Ecken ablaufenden Leben der Stadt.
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World Trade Center, N.Y.N.Y. 31. Juli 1979

„Imagine if you fell down“.
Ein anderer Junge antwortet:
„Oh shit“!
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Montreal 20. Oktober 1978

Velodrom
Wie ein Meertier das Dach. Warm und hell der este Eindruck. Der Beton ist dick und hässlich und überall, aber der Innenraum ist königlich geformt und verheissungsvoll liegt die Holzpiste mit den abenteuerlichen Kurven von 48° in seiner Mitte. Das erste Rennen hinterlässt den stärksten Eindruck: Rad an Rad rasen die Konkurrenten ringsum. In den Kurven steigen sie hoch hinauf oder liegen fast waagrecht in der Luft. Die mit Helmen geschützten Köpfe fast zwischen den Knie eingeklemmt trampeln sie wild drauflos. Auch an den Armen quellen jetzt Muskeln hervor. Die Fahrer verschmelzen mit ihrem Fahrgestell. Die Räder werden zu einer komischen Verlängerung der menschlichen Glieder. Von oben sieht man die Farben ihrer Nationen auf den Rücken. Die Sterne der USA.
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