beat sterchi

Von wegen Schlitteln



Der andere Davoser

Es gibt Leute, die sind unfähig, ein Sportgerät von einem anderen zu unterscheiden.
In Davos soll es sogar Menschen geben, die seelenruhig ganze Tage im unbegründeten Glauben verbringen, sie würden ihre Rutschgier und ihren frivolen Gleitkitzel auf sogenannten Davoserschlitten ausleben. Stellt man sie forsch zur Rede und fragt, ob sie wüssten, auf was für einem Gerät sie hier eigentlich im Schnee rumturnten, antworten sie ohne zu zögern: Das ist ein Davoserschlitten, was sonst! Und dies sagen sie noch mit lebensfremder, schlicht an Unverfrorenheit grenzender Unbekümmertheit!


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Sparen



„Der Geldwechsler und seine Frau“ etwa um 1540 von Marinus van Reymerswaele (1490 - 1567).




Alle sparen an sich, alle sparen an den andern, alle sparen an allen, alle sparen überall, alle sparen ununterbrochen, alle sparen schneller, alle sparen höher, alle sparen länger, alle sparen, wo sie nur können


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Der Grosse Preis der Schweiz



Zuerst hatte Vater einen Austin. Einen typischen Engländer. Einen rechts gesteuerten flaschengrünen Kastenwagen mit ausbaubarer Hinterbank. Weitere fünf Autos folgten. Zuerst ein hellgrauer Peugeot 204 mit weissen Ringen an den Reifen und einem dunkelgrauen Dach, dann ein Chevrolet Malibu und schliesslich der Reihe nach ein Renault 19, ein Renault 26 und ein Renault 21.
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"Der Tunnel" von Dürrenmatt heute




„Der Tunnel“ von Friedrich Dürrenmatt gilt unter Fachleuten als eine der besten Kurzgeschichten überhaupt. Auch innerhalb von dessen Werk wird ihr ein Spitzenplatz zugeordnet. „Der Tunnel“ erschien schon 1952 in dem Buch „Die Stadt“. Damals ging der Schluss noch so: „Gott liess uns fallen und so stürzen wir denn auf ihn zu“. Später soll Dürrenmatt diesen Satz gestrichen haben, aber der Zug bleibt ein Bild für die Menschheit auf ihrer Fahrt zur Hölle.
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Der Hausarzt



Früher gab es Hausärzte, die Hausärzte hiessen, weil sie Hausbesuche machten. Einer von ihnen war Herr Dr. Adler.
Dr. Adler war Kinderarzt.

Kleine Hommage an einen aussterbenden Beruf.



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Die Altstadt von Bern

Die Altstadt ist ein Dorf und ein Marktplatz, ein Parkhaus und Teil der Paradestrecke für Umzüge, Wettläufe, Rennen, Feiern, Feste, Demonstrationen. Die Altstadt ist ein Fitnessparcours. Die Altstadt ist eine einzige grosse Gallerie. Die Altstadt ist in ihren vornehmeren Teilen das Biotop für Neureiche und für Ganzreiche. In der Altstadt halten sich die meisten der letzten richtigen Beizen, Cafés und Kneipen. Die Altstadt ist das Ziel der Verliebten. Die Altstadt ist der Kern von Bern.

Erschienen 2007 im Theaterprogrammheft zu " Bouschteu".
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Das Stimmlokal








Wer noch nie ein Stimmlokal von innen gesehen hat, kann dies bei der anstehenden Abstimmung nachholen. 
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Der Schulweg




Erschienen in der Zeitschrift Reformatio, März, 2007

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Hochwasser in Bern








Wenn die Aare ganz unbernisch überbordet.
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Aus aktuellem Anlass

100 Jahre Niesenbahn


Ferdinand Hodler, Der Niesen
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Winterzeit - Bücherzeit




Meine Bibliothek


Meine Bibliothek ist ein gebundener Freundeskreis. Meine Bibliothek ist ein Netz, ein Geflecht von Geschichten. Meine Bibliothek ist ein Bild meiner Bekannten und Freunde, meiner Freundinnen. Sie drehen mir zwar am liebsten den Rücken zu, wenn ich sie aber brauche, sind sie da, auf der Stelle. Mit allen habe ich Zeit verbracht, mit einigen von ihnen sogar sehr viel Zeit. Ich habe sie dabei so gut kennengelernt, dass ich ihr Äusseres kaum mehr beachte. Kleider machen Leute, aber wer sich auf seine Freunde und Bekannten einlässt, wer ihnen zuhört, zugehört hat und weiter zuhört, der misst ihrer äusseren Aufmachung immer weniger Wichtigkeit zu. Eine grosse Liebe darf auch mal schlecht gekleidet, also zum Beispiel im Taschenbuch daherkommen.

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Es gibt Hände, die werden zum Gruss ausgestreckt, höflich, korrekt, vielleicht sogar von einem Lächeln begleitet. Greift man aber danach, greift man anstatt nach einer Hand nur nach einer Handvoll Fingerbeeren, die zerdrückt und faulig auch gleich wieder weg sind. Es bleibt nichts als der Eindruck, man habe nicht nach einer Hand, sondern ins Leere gegriffen.
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Der Sonntagsmaler

 



Der Sonntagsmaler

 

Endlich Sonntag! Endlich kann er Künstler sein! Am Sonntag kann sich der Sonntagsmaler seinem Schönheitsempfinden ergeben. Der Sonntagsmaler schwelgt in seiner Sonntagsfreude an der Schönheit der Welt. Er steht vor der Staffelei am Wegrand, malt vielleicht eine Kuh. Oder Berge. Oder das Meer. Oder einen Baum. Er malt, weil er Zeit und Ruhe hat, zu sehen. Er ist eine Insel der Ruhe im Meer der Beschleunigung. Er malt, was ihm so sehr gefällt, dass er es sich aneignen muss. Still erhellt er jene Welt, der andere sich nicht nachzutrauern wagen. Der Sonntagsmaler kann es auch zu Weltruhm bringen. Henry Rousseau, Autodidakt, genannt der Zöllner, ist vielleicht der grösste Sonntagsmaler aller Zeiten. Seine Sonntagsbilder sind sogar für die Werktage gut. Sonntagsmaler sind Menschen, die keinen Schaden anrichten.

Der Sonntagsmaler mag noch so unbeholfen und kunstwidrig mit Farben und Pinseln umgehen, er fällt niemandem lästig, behindert keinen, stört und nervt in der Regel nicht. Seine ganzen Beschleunigunsanstrengungen verursachen keinen Lärm, sie beschränken sich denn auch auf Quick-Drying, das schnelltrocknende Malmittel von Talens, für 10.40 das Fläschen zu 75 Milliliter.

 

 


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